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Die heißeste ExtraSchicht aller Zeiten

von pottleben

Beeindruckend, magisch, zauberhaft, verrückt: Die ExtraSchicht 2019 war der absolute Waaaahnsinn. Petrus scheint ein Riesenfan der ExtraSchicht zu sein und so strahlte beim Mega-Event im Ruhrgebiet die Sonne – und in der Nacht ein funkelnder Sternenhimmel.

Wir durften in diesem Jahr den offiziellen Instagram-Account der ExtraSchicht übernehmen und so findest du dort viele Bilder und Storys von uns!

Ausschnitt vom offiziellen Instagram-Account der ExtraSchicht.

Bei unserer Tour zu Spielorten in Bochum, Bottrop und Essen trafen wir fröhliche Ruhris, die sich mit der Hitze arrangierten und gerne beschimpfen ließen, geduldig im Stau standen, in die Weite blickten und staunten, ausgelassen tanzten und auf der Suche nach dem nächsten Kaltgetränk ihren Humor behielten.

 

1. Station auf der ExtraSchicht: Jahrhunderthalle Bochum

ExtraSchicht in der Jahrhunderthalle Bochum.Wir starteten die ExtraSchicht in Bochum, bei über 35 Grad. Im Westpark war nicht viel los, die ExtraSchicht-Besucher strömten in die Jahrhunderthalle. Hier war es halbwegs kühl und erträglich. In der großen Haupthalle der Industriekathedrale konnte man es sich auf großen Kissen gemütlich machen. Auf vier von der Decke herabhängende Schaukeln schwebten kleine wie große Besucher durch den gigantischen und immer wieder sehenswerten Raum. Aus der Nebenhalle drang Klaviermusik herüber. Das passte wunderbar zusammen und ergab ein stimmiges Bild.

Draußen wurden die Plätze im Schatten immer beliebter. Und die gab es, zusammen mit gekühlten Getränken, im Chill Out-Bereich am Pumpenhaus zu coolen Beats. Um 19 Uhr wurde es hier aber noch nach lange nicht kühler.

Nicht mehr und nicht weniger gab es an diesem Spielort. Klavier vs. Clubmusik vom DJ. Manch einem war das zu wenig. Es war anders als in den Jahren zuvor, als die Jahrhunderthalle stets mit viel Spektakel und Programmpunkten und Walking Acts und und und zu den Highlights zählte.

 

2. Stopp auf der ExtraSchicht: Zeche Carl in Essen

Ein Turm aus langen Holzstäben entsteht vor dem alten Malakowturm der Zeche Carl in Essen.Ein Ort der Begegnung ist die Zeche Carl in Essen sowieso, zur ExtraSchicht wurden drinnen und draußen Spielwiesen für alle Generationen geschaffen: Riesenpuzzles mit Motiven der Zeche Carl, Führungen, kultige Gesangseinlagen, ein Kräuter- und Gemüsegarten, der alle Sinne ansprach, eine Open Air-Holzwerkstatt, viel Musik, schräge Walking Acts und ein Bauwerk der besonderen Art:

Nur mit Seilen zusammengebunden und ohne weitere Hilfsmittel errichtete Georg Traber unter dem Titel “Heinz baut” hier einen Turm der Extraklasse.

Bei unserer Tour durch das Ruhrgebiet hatten wir an so vielen Stellen Glück – was das Timing betraf:
In der Konzerthalle stimmte die Ruhrpott Revue zur besten ExtraSchicht-Zeit den Gassenhauer “Steht auf, wenn ihr Ruhris seid” an. Die bunte Truppe animierte die Besucher zum Mitmachen und Mittanzen. Typisch Ruhrpott: Es braucht nicht viel, um Stimmung zu machen. Sobald der Ruhri sich angesprochen fühlt, macht er gerne jeden Spaß mit.

Auch draußen machen sich Musiker bereit. Doch wir sind zeitlich etwas im Verzug, der Stopp in Altenessen war so gar nicht geplant. Und so geht es für uns weiter nach Bottrop. Mal schauen, was uns der Tetraeder bietet!

 

3. Station auf unserer ExtraSchicht: Tetraeder in Bottrop

Nur 12 Minuten später parkten wir am Fuße der Halde an der Beckstraße und gingen mit tausenden anderen Besuchern gemütlich los. Die Sonne knallte nun nicht mehr ganz so gnadenlos, die Dämmerung setzte langsam ein.

Der Weg hinauf zum Tetraeder was das erste Highlight des Tages. An jeder Ecke und nach jeder Biegung gab es eine neue Überraschung zum Stehenbleiben, Staunen und Mitmachen: Für ein paar Cent konnte man sich sein Selbstbewusstsein aufpolieren lassen. Wer hingegen das Glöckchen bimmelte, wurde böse beschimpft und zum Abhauen aufgefordert.

 

Der einsame Bürovorsteher tippte energisch auf seiner mechanischen Schreibmaschine und man fragte sich, ob sein Telefon wohl gleich klingeln würde.

Ein Hinweisschild deutete daraufhin, wo man sich gerade befindet. Ein anderes Schild erklärte einem, dass es hier nichts zu sehen gibt. Es war einfach nur genial!

Skulpturen vor dem Tetraeder Bottrop.Auf dem Haldenplateau angekommen, erwartete uns ein überragender Sonnenuntergang – just in dem Moment, schon wieder perfektes Timing. Alle Augen der tausenden Besucher richteten sich nach Westen, wo die Sonne zum glutroten Ball wurde und blitzschnell unterging. Von Ruhrpottromatik sprachen hier viele, die Stimmung wurde immer schöner, verträumter.

Das riesige Steinfeld in der Mitte des Haldenplateaus war mit kleinen Skulpturen dekoriert. Die installierten Leuchten kamen mit einsetzender Dunkelheit mehr und mehr zur Geltung. Jeder Schritt in Richtung Tetraeder sorgte für neue Ansichten, Durchsichten.

 

Die Stimmung: magisch

Steinfeld vor dem Tetraeder Bottrop zur blauen Stunde.Anders kann man gar nicht beschreiben, wie es am Tetraeder war. Egal ob von der gigantischen Pyramide, die ja mathematisch gar keine ist, oder mit Blick ins Ruhrgebiet.

Ganz still wurde es dann, als die Truppe SOL’AIR mit Luftakrobatik im LED-Diamanten für zauberhafte Momente sorgte und die Königin der Nacht die Besucher begeisterte.

Momente wie diese waren es, die die ExtraSchicht auch in diesem Jahr wieder zu einem einmaligen Erlebnis machte. Die unerträgliche Hitze des Tages ließ nach, oben auf der Halde wehte ein lauer Wind. Die blaue Stunde wurde zum einmaligen Erlebnis.

Beim Abstieg von der Halde fragten wir uns, was das jetzt noch toppen soll.

 

 

4. Station auf der ExtraSchicht 2019: Zeche Zollverein in Essen

Blick zum Ruhrmuseum mit der rot beleuchteten Rolltreppe.Wir erwarteten Kirmesatmosphäre und fanden zauberhaft-künstlerisches Flair. Direkt vor dem berühmten Förderturm stieg im Minutentakt ein großer gelber Ballon in die Höhe und brachte nach und nach die Besucher dem Himmel ein Stück näher. Im Hintergrund: wunderschöne dezente Musik.

Eine kleine Besuchergruppe wartete auf eine späte Führung über das Gelände des Weltkulturerbes, aus der Ferne drang Partymusik herüber – da war sie doch, die Kirmesstimmung. Wir aber gingen in Richtung Ruhrmuseum, wo die beleuchtete Rolltreppe auch zur ExtraSchicht der Hingucker war – immer wieder. Zur ExtraSchicht konkurrierte sie mit einer Großleinwand, über die im Wechsel Bilder aus der Industriezeit des Ruhrgebiets und Fotos von Tieren gezeigt wurden.

ExtraSchicht 2019: Walking Acts unter dem Förderturm der Zeche Zollverein.

Plötzlich erklang experimentelle Musik. Klaviertöne, die nicht so recht zusammenzugehören. Riesige Walking Acts in phantasievollen bis geometrischen Kostümen, die die Menschen dahinter fast ausblendeten, traten auf den Platz und verzauberten die Besucher.

Alle blieben stehen und schauten zu, wie sich die Figuren zunächst in einer Reihe positionierten. Dann tippelten sie los, drehten sich um sich selbst, blieben wieder stehen, gingen vor und zurück.

Wir waren an das “Triadische Ballet” erinnert. Immerhin war das übergreifende ExtraSchicht-Motto auf Zollverein “100 Jahre Bauhaus”. Und während wir noch diskutierten, verschwanden die Figuren auch schon wieder. Ein Blick ins Programmheft bestätigte unsere Vermutung: Das war der Cirque Artikuss, der extra für das Bauhaus-Jubiläum eine Choreographie aus Tanz-Abfolgen und Soli frei nach Oskar Schlemmer entwickelt hatte.

Wenige Meter weiter ertönte klassische Musik. Ein Geiger schwang sich über eine Schaukel in die Höhe, begleitet von zwei aufgeregten Damen. Hier war die Truppe Flaircondition mit ihrem Programm “Volare” am Werk und begeisterte die Besucher mit Witz und Artistik.

Ebenfalls voll musikalisch ging es noch auf der Bühne am alten Gleisboulevard zu, wo zu später Stunde die Stimmung nahezu überkochte: Die Gruppe SEIN, Hip Hopper, Akrobaten, Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung rissen hier eine sagenhafte Show ab. Zollverein, das ist da, wo der Pott auch nachts noch kocht!

 

Unser Fazit zur ExtraSchicht 2019: Mehr Ruhrgebiet geht nicht!

Wir hatten einen wundervollen Abend, eine phantastische Nacht zwischen Bochum, Bottrop und Essen. Den offiziellen Instagram-Account der ExtraSchicht übernehmen zu dürfen, war uns eine große Freude. Dadurch haben wir viel genauer hingeschaut, als nur im Besuchermeer mitzuschwimmen.

Wir sind mit sehr vielen Besuchern ins Gespräch gekommen und alle waren sich einig: Das war die heißeste ExtraSchicht aller Zeiten – was die Temperaturen und das Programm betraf.

Und wer in diesem Jahr nicht dabei war: Die nächste ExtraSchicht darfst du auf keinen Fall verpassen!

Wo warst du in diesem Jahr unterwegs? Wie hat es dir gefallen?


[Fotos und Text: Silke König und Kathy Retzlaff]

 

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